Samstag, 26. Mai 2012

Peru - Lima y La Merced

Hola mis amores en casa.

Wie ich euch ja beim letzten Mal erzählt habe, bin ich nun gerade von meinem "Zwischenseminar" aus Lima zurückgekehrt.
Am Samstag 13. Mai haben Kathi und ich den Nachtbus um 00:15 Uhr von Quito nach Guayaquil genommen und sind da dann morgens um 8:00 Uhr angekommen. Von da aus ging dann unser "Cruz del Sur" - Bus (soll wohl das beste Busunternehmen von Latinoamérica sein - danke Via e.V., dass wir diesen komfortablen Bus nehmen durften) um 14:00 Richtung Peru! Die folgenden 24 Stunden Busfahrt waren wirklich nicht schlimm. Wir hatten größere Sitze als normale Bussitze und konnten diese fast in eine waagerechte Position bringen. So konnte ich auch nachts halbwegs schlafen. Ein Langstreckenflug ist da wirklich vieieiel schlimmer. Warum gibt es diese Supersitze nicht im Flugzeug? :)
Jedenfalls sind wir die meiste Zeit in Peru durch Wüste - entlang der Küste - gefahren. Hunderte Kilometer nichts als Sand und Steine und riesiger Felsberge. Schon da hat mich das erste mal Westernfeeling ergriffen. Winnetou war sicher in den Bergen unterwegs. ;) Und dann irgendwo im Nichts steht dann auf einmal ein Haus. Obwohl unter Haus darf man nun nciht an ein europäisches Haus denken. Haus beinhaltet hier vielmehr ein kleines quatratisches Gebide mit Wellblechdach. Wie leben diese Menschen, so weit ab vom Schuss? Die Versorgung muss ja extrem schwierig für diese Leute sein. Vor allem, weil sie sich ja bei dieser Vegetation auch nicht wirklich selber versorgen können. Klar haben die auch was angebaut, aber das reicht ja nicht zum Leben. Oder doch? Und vor allem, dass sie so ganz alleine sind, ist für mich unbegreiflich. Ruhe ist ja sehr schön, aber wenn man gerade mal einen Nachbarn hat und dann so weit fahren muss, um mal jemanden zu treffen...
Auf jeden Fall hat mich auch dieses Land ergriffen! Ich glaube ich habe am Anfang auch mundoffen am Fenster geklebt. Aber mein Herz gehört nach wie vor Ecuador. :)

Am Busbahnhof haben wir dann welche angequatscht, die auch mit uns im Bus waren und Ariel (ein Israeli) war so nett uns mit nach Miraflores (das Reichenviertel von Lima, wo es viele Hotels und Hostel gibt) zu nehmen. Er kannte sich schon aus, da er schon mal in Lima war. Der war supernett. Wir hatten auch noch kein peruanisches Geld (Soles und Centimos) und er war so freundlich uns das Taxi zu spendieren. Das Hostel zu dem er unsgebracht hat, fanden wir - von unseren ecuadorianischen Preisen etwas verwöhnt - aber ziemlich teuer, sodass wir noch auf eigene Faust los sind. Und nachdem wir einen etwas unheimlichen und unfreundlichen chinesischen Hostelbesitzer hinter uns gelassen haben, haben wir letzendlich noch ein Doppelzimmer fuer 35 Soles (umgerechnet ca.10 Euro) pro Nacht gefunden, bei einer sehr netten Frau. Das einzig Unschöne war, dass es mal wieder nur kaltes Wasser gab. Das sind wir ja schon gewohnt, aber da Lima um dieses Jahreszeit auch nicht mehr besonders warm ist, wurde der Wunsch nach einer schönen warmen Dusche sehr groß. Na ja, gibt Schlimmeres. Dennoch muss ich sagen, dass das ein Luxus ist, den ich vermisse. Warmes Wasser wann, wo und solange ich es brauche.

Am nächsten Tag (Dienstag) sind wir dann auf einen Artesania-Markt und noch so in einem Kaufhaus shoppen gegangen. Ja, ja, ich weiss. Aber diese Tasche hat gerufen: "Annita! Annita! Comprame! Soy perfecto para ti!" Tja, was sollte ich da schon entgegenbringen? Kathi, das kleine Shoppingmonster hat auch ordentlich zugeschlagen. Und dann ging das Kreditkartendrama los. Bei Kathi ging's nicht, mit Karte zu bezahlen und meine Karte wurde auch nicht akzeptiert. Oh man, was für ein Käse. Und da wir am Tag zuvor Geld abgeholt hatten, konnten wir auch kein weiteres Geld mehr abholen. Na ja, am nächsten Tag konnte ich dann aber zum Glück wieder Geld abheben und Kathi war glücklich, dass sie ihre Klamotten doch einkaufen konnte.

Am Mittwoch sind wir dann zu Fransisco - unserem Seminarleiter - gefahren. Über eine Stunde im Taxi. Die verrückte Fahrweise herrscht auch hier vor. Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, umso größer wird die Armut. Ich denke, dass es nicht schlimmer ist als in Quito. Es kommt einem allerdings schlimmer und viel mehr vor, weil Lima 10 Millionen und Quito knapp 2 Millionen Einwohner hat.
Auf jeden Fall gibt es nicht so viele Straßenkinder in Lima. Ich hab Fransisco gefragt, woran das liegt und er meinte, dass es ein Regierungsprogramm dagegen gibt. Ich kann das jetzt leider nicht genauer ausführen, weil er das erstens nicht großartig erläutert hat und zweitens hab ich es auch nicht ganz hundertprozentig verstanden, was er gebrabbelt hat...
In Lima gibt es aber mehr Straßenhunde, die auch oft im Rudel rumlaufen. Ich wollte einem, der alleine war, was zu Essen geben und er ist gleich ganz doll zusammengezuckt und weggesprungen. Das ist sehr traurig, wie die Hunde hier behandelt werden.

Abends haben wir dann unser superintensives Dreierseminar begonnen. Eigentlich kommen alle Freiwilligen aus Ecuador, Peru und ich glaub auch Bolivien für dieses Seminar zusammen, auf dem sich über die Arbeit, die Erfahrungen, Schwierigkeiten und das Leben im fremden Land allgemein ausgetauscht werden soll. Das Hauptseminar war schon im Februar, aber da bin ich ja erst angereist und Kathi war krank und konnte deshalb nicht daran teilnehmen. Ein Glück für mich, sonst hätte ich ein Zweierseminar gehabt...
Na ja, da Kathi und ich in der selben Organisation arbeiten und ja auch zusammen wohnen, haben wir nicht viel auszutauschen gehabt. Und die Aufgaben, die in einer großen Gruppe ewig dauern, haben wir in einer Stunde abgehakt, sodass die effektive Arbeitszeit während der 5 Tage Seminar sehr begrenzt war. Aber ich will ja nicht meckern, auch wenn der Sinn meiner Meinung nicht ganz erfüllt wurde, hatte ich immerhin die Möglichkeit nach Peru zu reisen. Danke. :)

Am Freitag waren wir nachmittags bei alten Ruinen direkt am Meer - Huaca Pucllana. Da habe ich mich dann tatsächlich, wie in Zeiten Winnetous versetzt gefühlt. Das war schon beeindruckend. Dort ist es so trocken und der Wind pfeift ohne Ende. Kaum zu glauben, wie die Menschen dort die Gebäude errichten konnten und vor allem, dass sie hunderte von Jahren überdauert haben. Unser Guide meinte auch, dass sie viel unternehmen, um die Erosion der Häuser durch den Wind so gering wie möglich zu halten. Den Ausblick den man hatte, war auch wieder unbeschreiblich.

In Südamerika ist est üblich, dass die Söhne so lange im Haus der Eltern wohnen, bis sie heiraten. Auf jeden Fall leben sie länger zu Hause, ale bei uns, ob es nun genau bis zur Hochzeit ist, weiß ich nicht, aber so in dem Dreh. Ich nehme an, dass sich das mit den Töchtern ähnlich verhält. Jedenfalls wohnen wir bei der Schwester von Fransisco und ihre beiden Söhne, die schon so um die 30 Jahre alt sind, wohnen auch noch hier. Der eine mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, der andere allein. Der "Alleinige" hat am Freitag abend dann auch Besuch von zwei Freunden bekommen. Die waren gleich sehr angetan zwei Gringas im Haus zu haben und da wir nicht unhöflich sein wollten haben wir dann mit den "Jungs" abends am Wohnzimmertisch irgendeinen Alkohol getrunken. Von dem ist man zwar lustig geworden, aber die Sicht war kein bisschen eingeschränkt. Kathi und ich konnten es kaum glauen, wie das möglich ist und hat später in unserem Zimmer lustige Tests dazu veranstlatet. :)

Am Samstag hatten wir auch keinen Kopf, obwohl wir sehr früh aufstehen mussten. Wir sind mit Fransisco ins Zentrum von Lima gefahren - ich bin seit drei Monarten mal wieder Zug gefahren! :) bisschen wie eine S-Bahn, ein klitzekleines Heimatgefühl hat mich ergriffen. Da sind wir in ein Museum gegangen, in dem den Leuten in vielen kurzen Filmen die Geschichte Perus näher gebracht wird. An sich eine coole Idee, sodass man nicht so viel lesen muss. Allerdings ging das ganze zwei Stunden und das war für meinen Geschmack dann doch etwas zu viel des Guten. Manche Filme gingen auch nur 15 Sekunden. Und nach jedem Film ist man in einen anderen Raum gegangen, wo der nächste gezeigt wurde. Aber war trotzdem sehr interessant.
Danach sind wir dann bisschen durch das historische Zentrum spaziert und auf einem bedeutenden Platz, dessen Namen ich leider vergessen habe, haben die Peruaner auf zwei großen Leinwänden das Champions Leage Finale geguckt. Unglaublich! Klar kann man sich für Fußball auf anderen Kontinenten interessieren, aber dass sie dafür extra Leinwände und Dixiklos aufbauen, fand ich doch ziemlich beeindruckend.
Normalerweise hätten wir so eine Situation ja meiden sollen, die Mehrheit war männlich und wir als Gringas dazwischen... Aber zusammen mit Fransisco war es ok.
Dann haben wir noch ein paar Souvenirs eingeshoppt und haben zum Tagesabschluss verschiedene peruanische Süßigkeitsspezialitaeten probiert. Essen wird in Lateinamerika ziemlich groß geschrieben. Ich habe das Gefühl, dass viel an den menschlichen Beziehungen über die gemeinsamen Mahlzeiten gearbeitet wird. Irgendwie kann ich das nicht so richtig beschreiben, was ich meine. Es ist auf jeden Fall wichtig und man muss immer etwas zu Essen im Haus haben, falls unangekündigter Besuch kommt. Das läuft nicht, wie bei uns, dass man sich Wochen vorher anmeldet, sondern man kommt einfach vorbei.
Jedenfalls gehen diese ständigen, nicht immer so gesunden, Essereien natürlich auch an mir nicht spurlos vorbei. Chris, wenn ich wiederkomme - gestatte ich dir einen!! blöden Spruch und dann nimm bitte auf mein feinfühliges und leicht verletzbares Frauenherz Rücksicht. Dankeschön.

Am Sonntag haben wir dann vormittags unser Seminar - effektive Arbeitszeit in fünf Tagen, so ca. 12 Stunden und das ist schon gut berechnet - beendet. Und abends sind Kathi und ich in den peruanischen Regenwald nach La Merced gefahren! :)
Da sind wir dann Montag früh angekommen und haben eine Tour gebucht. Mit einer kleinen Gruppe sind wir durch die Gegend gefahren. Die Natur mit ihrer Vegetation und den Wasserfällen usw. ist auch in Peru atemberaubend. Allerdings haben Kathi und ich gehofft in den wirklich tiefen Dschungel einzutauchen. wir wollten viel mehr Tiere sehen und das Amazonasfeeling, wie man es aus dem Fernsehen kennt, erleben. allerdings war es so zu sagen der "Vorregenwald", den ich so zum Beispiel auch schon in Mindo erlebt habe. Und natürlich ist nicht jeder Wasserfall gleich und es ist immer wieder auf's Neue total toll Wasserfäle zu sehen, dennoch waren wir etwas enttäuscht, dass wir keine weiteren Tiere gesehen haben und dafür extra nochmal 16 Stunden Busfahrt in Kauf genommen haben. Aber was soll's. Ich fand es trotzdem wieder einmal total schön durch die Gegen zu gondeln und mich der Natur hnzugeben.
Das Schlimmste an unserer Tour war sowieso der zweite Stopp. Wir sind in eine kleine Siedllug in der Nähe von La Merced gefahren und haben - ich weiß gar nicht wie ich es ausdrücken soll - ein Völkchen "besucht", um nicht schreiben zu müssen beguckt. Oh Gott war das schrecklich. Wir sind dahin gekommen und uns wurde erstmal die Tracht der Menschen übergestülpt. Spätestens da war klar, dass das alles nur Zurschaustellung für die Touristen ist. Grässlich. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt und habe mich geärgert, dass ich in so ein "Ethno-Watching" geraten bin. Dann wurde uns ein Tänzchen präsentert und wir wurden durch das Dorf geführt. Das einzig tolle an der Sache war, dass ich ein Äffchen die Hand gegeben habe. :) Und er konnte Fünf-geben! Haha. Und was für weiche Hände der hatte - unfassbar. Und danach hab ich noch Papageien aufgesetzt bekommen. Die armen Menschen haben echt alles versucht, die Touris zu begeistern und etwas von ihren Waren zu verkaufen.
Den letzten Rest gab uns dann ein Ausflug zu Boot. Wir sind 10 Minuten unterwegs gewesen, sind ein Stück den Fluss hinaufgefahren und wieder zurück. Man konnte nichts besonderes sehen und die Fahrt hatte kein Ziel. Also ja, alles in allem - ziemlich enttäuschend. Danach wurden wir zu einem super teueren Lokal gebracht, um dort Mittag zu essen (und es gab rundherum auch keine günstigeren) und zu guter Letzt hat sich der versprochene Ausflug auf eine Kaffeeplantage als Besichtigug einer Halle herausgestellt, wo Marmelade, Artesania und unter anderem auch Kaffee verkauft wurde.
Dieses doch eher unzufriedenstellende Ende des Tages ließ uns dann auch unsere Tour für den nächsten Tag absagen. Wir haben dann zwar am Dienstag nicht groß was unternommen, aber wir haben es uns trotzdem gutgehen lassen, haben uns im Park entspannt und sind auch mit ein paar Leuten ins Gespräch bekommen. Und als Belohnung durfte ich sogar ein kleinen Erdenbürger auf den Schoß nehmen. Mein Baby-spanisch-Geplauder muss ich allerdings noch ausbauen.

Abends haben wir den Nachtbus zurück nach Lima genommen, wo wir Mittwoch morgen ankamen. Von da aus ging's dann nachmittags wieder weiter nach Guayaquil, von wo aus wir dann Donnerstag um 22:45 Uhr den Bus nach Hause genommen haben. Nun bin ich seit heute morgen wieder in Quito und bin auch ganz froh wieder zu Hause zu sein. Noch dazu präsentiert sich Quito heute von seiner schönsten Seite. Die Sonne scheint und die Berge lächeln mir zu. :)
Zu Hause ist es eben doch immernoch am Schönsten! Wir haben auch gerade viele neue Mitbewohner bekommen. Mathilde, Uli, Nici und auch schon so halb Adeline sind ja nun weg. Von den neuen bleibt nur die Jamaikanerin länger (5 Monate) , weshalb ich die anderen drei (alles Deutsche) erst gar nicht namentlich erwähne. ;) (Ohne Witz es ist Tamaika aus Jamaika. Hahahaa. Ich konne mich kaum halten, als John uns das erzählt hat.) Ihr kommt mit den ganzen Namen wahrscheinlich eh nur schwer mit, aber ich geb mir Mühe zu erläutern und zu zeigen.

Wie immer hoffe ich, dass ihr Spaß beim Lesen hattet. Ich denke an euch!
Hasta muy pronto. Muchísimos abrazos y besitos! Extraño a ustedes!
Eure Anna

Guayaquil - Flughafen
eine Busfahrt die ist lustig
pure Begeisterung
ich bin in Peru :D
Wüste
toll, es gab so viele Schriften und Bilder und ich erwische ausgerechnet "Jesus"
Katharina hatte da schon mehr Glück

das ist der Blick vom Dach gewesen, wo wir gewohnt haben


Gott Pachacámac
die Inka wussten eben schon damals was wichtig für die Frauen ist :)
Pachacámac
Touris ^^




durch die Wüste wieder nach Hause

Lima von oben (wo wir im Museum waren, war an einem Platz auch eine Fotographieausstellung über Lima)
Pachacámac
Armenviertel
Slums
Champions Leage - Yeah!
bitte fragt mich nicht, wie der Platz hieß und was das für wichtige Gebäude waren


ja ja, die tollen Freunde und Helfer - machen auch hier immer einen auf dicke Hose
die Kinder von unseren Gastgebern im Hof


in La Merced


Tarzan
kein Kommentar
Authentizität pur




Angi - siehst du was ihn am meisen interessiert hat? - <3
jou ho - Piraten jou ho







jaaaaa
:)
=)


BÄH - was für ein Riesenvieh - pfui

nicht auf die Füße achten ;)




ein bisschen mulmig war mir in dem Klapperding ja schon
wunderhübsch - aber na ja, was erwartet man nach 8 Stunden Nachtbusfahrt, kaum schlaf, 30° und einer Megalufttemperatur
sieht auch schon leicht gequält aus ^^

der kleine Propper wurde mir anvertraut :)

Wahnsinn - das gleich die Wüste so an der Küste anfängt


das sind die einsamen Häuschen in der Wüste, von denen ich erzählt habe





Montag, 7. Mai 2012

Mindo

Buenas tardes mis queridos en casa!
Ich hatte ein super schönes Wochenende und möchte euch natürlich gleich davon berichten. 
Am Freitag waren wir, wie immer in unsere Stammbar tanzen. Da aber diesmal um 23:00 Uhr noch so gar nichts los war, sind wir bisschen durch die Mariscal gelaufen und waren noch bei Tropi Burger. Saar und ich sind nur am Futtern. Später sind auch noch Maarten, Kathi, Brian und John nachgekommen. War ganz lustig. Haben Billard gespielt und die betrunkenen Touristen bisschen auf die Schüppe genommen. Und ich hab Salsa getanzt. Meine 5 Stunden haben wirklich was gebracht. *räusper, räusper* Wenn es nich gefühlte 3 Milliarden Schritte und Armverdrehungen geben würde, hätte ich den Kurs ja auch beender, aber dadurch, dass wir 6 Mädchen zwischen Frau und Mann hin und her getauscht haben, ist es einfach zu kompliziert und ineffektiv. Vielleicht nehm ich noch mal Einzelstunden, oder frag Carlos oder Juan. Ein anderer Freund von Carlos ist auch Tanzlehrer, also mal sehen. :)

Jedenfalls hatten Saar und ich uns am Samstag um 9:00 mit Alice, Ruben und Diana (alles Cenitfreiwillige) verabredet, um zusammen nach Mindo zu fahren. Alice ist kurzfristig abgesprungen und Diana mit ihrem Freund mit Auto gefahren. So da wir erst um 4 zu Hause waren und um 8:15 hätten losgehen müssen, um zum Abfahrtsort zu gelangen, hat es morgens leider etwas länger gedauert. Saar musste sich auch noch Stunden von Juan verabschieden, so dass wir den Bus verpasst haben. Der nächste wäre 16:00 Uhr gefahren. Und man fährt 2 Stunden. Joar, so standen wir dann etwas ratlos beim Busbahnhof und haben sehr unentschlossen überlegt, was wir denn nun anstellen können. Nachdem ih dann irgendwas im Reiseführer und dort auf einem Plakat entdeckt hatte, wollten wir ein paar Infos über diesen Ort (den ich jetzt vergessen hab) bekommen und haben da bisschen rumgefragt. Dann sind wir zu 'nem sehr netten Security-Mann gelangt, der uns dann erst mal tausend Sachen erzählt hat und schwups di wups saßen wir auf einmal in irgendeinem Bus, der uns zu irgendnem Terminal bringen sollte, wo wir einen Bus Richtung Nordwesten nehmen sollten, um dann schließlich mit irgendeinem Taxi nach Mindo zu gelangen. Hat auch alles gut geklappt. Letztendlich sind wir dann auch nur eine Stunde sppäter losgefahren. Mit den Bussen ist es immer wieder spannend. Der "Hauptbus" lässt einen irgendwo auf der Straße - und für uns, wie mitten in der Walachei - raus. Und dann steht man so mitten im Grünen - diesmal ja im Regenwald! - und wartet auf irgendein Gefährt, was einen hoffentlich abholt. ;) Und das erstaunliche ist, dass es wirklich immer geklappt hat, bisher. Vieles scheint so unkoordiniert und zufällig, aber trotzdem kommt man an sein Ziel und bleibt nicht irgendwo in der Wildnis. Meistens trifft man an den Sammelstellen auh gleich Leute. 

Jedenfalls haben wir Mindo dann zwischen 13 und 14 Uhr doch endlich erreicht. :) Wir sind dann auch gleich auf Hostelsuche und anschließend in der Schmetterlingsgarten gegangen. Ich hab meinen ersten Kolibri in freier Wildbahn gesehen! :D Und die Schmetterlinge, die es hier gibt sind schon Wahnsinn. Vor allem, wie groß die werden können, ist ja sagenhaft. Und manche Puppen, von den Schmetterlingen, sind golden! Das ist doch echt unglaublich. Goldglänzend. Jedenfalls hatte ich Schmetterlinge auf der Hand! Und sogar einen 10cm großen. Die Farben der Flügel sind ja echt unglaublich und auch, dass beide Flügel sogut wie identisch sind. Das ist schon ein Wunder der Natur. Aber den Körper und die Augen darf man sich nicht genauer angucken. Erst mal ist dieser dicke, haarige Körper schon ein bisschen eklig und die Augen sehen aus, wie Alien-Glupschaugen. Die sind bei vielen Sorten im Verhältnis zum Kopf echt riesig!

Nachdem haben wir zufällig Diana mit ihrem Freund Gustavo getroffen. Und schon ging's weiter zum Tubing! Da sind mehrere dicke, große Reifen zusammengebunden, auf denen man dann den Fluss hintersaust. Eigentlich wollte ich Angsthase das ja nicht machen. Ihr wisst ja, dass ich mich nicht so gerne in tiefes Wasser traue. Aber der Fluss war erstens nicht so tief, aber als ich das gesehen habe, musste ich es einfach machen. Uuuhhhhhh - das Wasser war ja sooo kalt. Aber die Überwindung hat sich mehr als gelohnt. Das hat so viel Spaß gemacht! Ich habe die ganzen 20 Minuten nur gelacht. Man sitzt da zu viert auf den Reifen, zusammen mit dem "Fahrer" und saust den Fluss hinunter. Unbeschreiblch. Rundherum zwitschern die Vögel, die Bäume und Pflanzen sehen so schön aus und die Freude, das erleben zu dürfen. Manchmal dachte ich zwar, als wir so auf die Felsen zugekommen sind: "Oh weia nun hat dein letztes Stündlein geschlagen", aber die Reifen sind nicht geplatzt und alles ist gut gegangen. Ich kann es nur noch einmal sagen, ich habe ununterbrochen gelacht, weil es so viel Spaß gemacht hat. Unser jungscher Begleiter musste nachher auch schon über mich lachen.

Danach sind wir vier dann bisschen durch's Dorf gelaufen, haben gegessen und getrunken und uns abends noch mit Ruben, Brian und David - einem ecuadorianischen Freund von Ruben - getroffen.
Es war ganz nett und die Jungs sind schon ganz lustig. Leider kann Brian ununterbrochen, wie ein Wasserfall plappern. Und durch seinen Akzent (er ist aus den USA, falls ich bisher noch nicht von ihm erzählt haben sollte) ist er manchmal echt schwer zu verstehen, sodass manchmal einfach nur nett lächeln und nicken hilft. :P

Unser Hostel war ein Holzhäuschen und es waren überall Ritzen und alles ganz feucht (Mindo liegt im Regenwald und es ist gerade Regenzeit). Und trotzdem hatte ich gar keine Angst in die Heier zu gehen! Jaha!! Keine Angst vor Spinnen gehabt, die bestimmt in jeder Ecke saßen. Lag aber wahrscheinlich daran, dass wir beide total müde waren und einfach nur ins Bett gefallen sind.
Die arme Saar hat's auch gleich wieder erwischt. Irgendwas hat sie nachts in die Lippe und am Auge gestochen, sodass sie wie Quasimodo aussah.
Wir haben dann am Fluss ein superleckeres Frühstück eingenommen und sind danach mit einigen italienischen Leuten, die auch bei uns im Hostel waren, zum Canoping (wo man an einem Seil hängt und dann an diesem entlangrutscht/ fliegt) gefahren. Ich bin schon ein bisschen über mich selber erstaunt. Aber diese Atmosphäre hier macht es einfach unmöglich, sich so etwas entgehen zu lassen.
Und es war einfach unbeschrieblich. Das hat so viel spaß gemacht und es ist so, so, sowunderbar über den Regenwald zu fliegen, die Luft zu riechen, die Vögel zwitschern zu hören, die Freiheit zu genießen. Ich kann es wirklich nicht in Worte fassen, welche Gefühle mich während diesen eineinhalb Stunden ergriffen haben. Ich konnte es gar nicht glauben, dass ich mich tatsächlich im ecuadorianischen Regenwald befinde und diese Natur genießen darf. Und gleich beim ersten Seil habe ich einen wunderschönen Vogel gesehen. Es war, wie in einer Dokumentation. Dieser farbenfrohe hübsche Vogel fliegt plötzlich aus dem tiefen grünen Regenwald hervor und gleitet wie gemal dahin. Ich bin mir nicht sicher, was es für ein Vogel war, dazu war ich zu weit über ihm, aber ich glaube, dass es ein Tukan war. Erst dachte ich, dass es ein Papagei war, da es die dort aber glaube ich nicht gibt, jedoch auf jeden Fall Tukane, nehme ich es an. Aber es ist auch nicht so wichtig. Es war trotzdem unglaublich, das mit ansehen zu dürfen.
Die Luftfeuchtigkeit ist da auch sehr hoch und obwohl wir nicht viel gelaufen sind und nur von Station zu station geflogen sind, waren wir schon nach der Hälfte fix und fertig.
Und einmal bin ich sogar wie Superman deflogen! Das war sooo cool. Ich dachte zwar, dass ich mich jeden Moment übergeben muss, weil die Sicherheitsgurte schön über meinen vollgestopften Frühstücksmagen gespannt waren, aber das Gefühl und der Anblick haben das mehr als wett gemacht.

Ich möchte auf jeden Fall noch mal nach Mindo. Dann probier ich den anderen Canoping-Garen aus und werde einen Wasserfall hinunterspringen. Gustavo hat vorgeschlagen im Juni zu fahren, weil dann die Regenzeit zu Ende ist und auch nachmittags schönes Wetter ist und die Sonne scheint.

Auf Arbeit habe ich ja nun mein Nachmittagsbereich gewechselt und arbeite nun mit Esteban unserem Psychologen zusammen. Im Moment arbeite ich mich natürlich noch ein und wenn er mir Sachen für die Akten diktiert, dann komm ich mir manchmal so blöd vor, weil ich die Hälte seiner komischen Fachwörter nicht schreiben kann, aber dennoch finde ich es superinteressant und es macht mir auf jeden Fall viel mehr Spaß, als in der CEA (Hausaufgabenhilfe) zu arbeiten. Und aller Anfang ist ja nicht so einfach. Bald bin ich diktatsicher und tippe, wie ein Supersekretärin. ;)

Heute hatten wir in CENIT keine normale Arbeit, sondern haben Vorträge zu Krisensituationen gehört. Boar, das war vielleicht ein wundervoller Start in die Woche. Morgens um 8 gleich mal 10 Minuten irgendwelche komischen Gebete und Heiligungen zu Ehren der bla bla bla Maria (das ist wohl gerade ihr Monat). Ich respektiere ja ihre Religion, aber warum müssen wir denn dabei sein? Na ja, jedenfalls hab ich dann von vorneherein auf Durchzug geschaltet. Vor allem ging es - jedenfalls bei dem, was ich verstanden habe - um psychische Krisen und Interventionen. Von daher war es ziemlih langweilig, weil ich das ja alles schon hatte. Ich wollte ja wirklich aufpassen, aber da die Referenten zudem auch noch super langweilig waren, war es einfach unmöglich zu zu hören. Die ersten Voluntäre haben auc sofort die erste Pause zur Flucht genutzt. Wir haben zumindestens bis zum Mittag durchgehalten.

Na ja, immerhin hab ich in der Zeit die Planung für Camal (der Markt auf dem ich morgens mit den kleinen Kidnern arbeite) fertig gemacht. Da ja Sonntag Muttertag ist, basteln wir diese Woche etwas für die Mamis. Morgen eine Karte mit einem Schmetterling drauf (ich hoffe, die Eltern können den einen Satz, den ich reingeschrieben habe auch lesen), am Mittwoch basteln wir eine Kette aus Nudeln und am Donnerstag basteln wir eine Blume. Freitags machen wird immer Englischunterricht gemacht. Da bin ich aber zum Glück nicht mit auf Camal, sonst würde ich mich wohl jede Woche darüber erzürnen. Die meisten Kinder können so noch nicht mal (viel) in ihrer eigenen Sprache sprechen und sollen schon Englisch lernen. die ganz Kleinen können auch noch nicht die Farben unterscheiden und dann diese auch noch in einer fremden Sprache vermittel. Grrrrr.... Ich weiß ja nicht. Möglich, dass ich mich irre, aber ich finde es Absurd. Auf jeden Fall glaube ich, dass sich die Kinder freuen werden, dass sie etwas für ihre Mutis basteln können, was sie ihnen dann schenken können.

Zu Hause hat sich die Stimmung auch wieder gelegt. Gut die Mädels waren auch gerade 4 Tage im Dschungel, aber auch vorher, verlief es wieder etwas friedlicher.
Nächste Woche fahr ich nach Lima (Peru) für 5 Tage, um mein Zwischenseminar zu absolvieren. Kathi und ich sind allein, also ist es totaler Unsinn, weil wir uns über unsere arbeit ja auch zu Hause und direkt auf Arbeit austauschen. Na ja, ich hoffe einfach, dass wir wenigstens Zeit haben, um uns Lima anzugucken. Ich freue mich schon riesig auf die 40 Stunden Busfahrt.

Ich denke, dass ich mich wieder melde, wenn ich zurück bin.
Bis dahin, seit alle gaaaaanz lieb umarmt und geknutscht. Ihr seit in meinem Herzen immer ganz nah bei mir. Miles de besitos y abrazos!
Eure Annita

Mindo

ein Kolibri :)
wenn man im Nichts auf einen Bus wartet

all diese Schmeterlinge sind an diesem Tag geschlüpft und beachtet die goldenen Puppen





der kleine, der da gerade meine Hügel erklippt, ist meinem Gesicht ein paar Sekunden später viel zu nahe gekommen - BÄH

guckt euch dieses Riesenvieh an

Alien- Glupschaugen


den hab ich auch in freier Wildbahn gesehen :)


wuhu - was'n Riesenkäfer


listo para TUUUUUBING

nach'm Tubing


Gartenterasse von unserem Hostel


was für ein leckeres Frühstück in unbeschrieblicher Atmosphäre


unser Hostel - La casa de Cecilia


auf zum Canoping :D




Juuuuhuuuuuuuuuu! Ich komme!!!



typisch ecuadorianisches Essen





Vollmond über Quito

Basílica del Voto Nacional en la noche